Gehen oder Bleiben? Die Gehaltsfrage

Gehen oder Bleiben? Die Gehaltsfrage

Jeder spielt im Laufe seiner Karriere früher oder später mit dem Gedanken, seine berufliche Laufbahn zu ändern. Auch im Consulting gibt es dieses Dilemma. Egal ob der Weg Richtung Großkonzern, Start-up oder PE führt, ein Kriterium, das bei der Entscheidungsfindung eine Rolle spielt, ist die Frage nach dem lieben Geld. Wir haben deshalb die Gehälter für über 22.000 Jobs auf unserer Plattform analysiert, um einen Überblick zu dieser Thematik zu liefern.

Dieser Artikel basiert auf den Kenntnissen, die wir aus unserem jährlichen Movemeon-Salary Report gewonnen haben. Der komplette Report kann hiergelesen werden.

Consultingskills sind unglaublich vielseitig anwendbar. Man arbeitet nicht nur mit inspirierenden, erfahrenen Menschen zusammen, sondern entwickelt mit der Zeit zudem ein attraktives Skillset, das auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt ist.

Für viele Berater ist die Branche allerdings lediglich eine Station auf der Karriereleiter. Die Gründe, das Consulting früher oder später zu verlassen sind vielfältig und wurden bereits hier näher beleuchtet.

Heute geht es deshalb darum, wohin die Wege aus dem Consulting führen können – und wie lukrativ sie bezahlt werden.

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Consulting vs. Industrie – auf den ersten Blick schmerzhaft

Der klassische Weg aus dem Consulting führt direkt ins Büro des ehemaligen Kunden. Viele Berater bekommen nach einer erfolgreichen Kooperation mit Unternehmen nicht selten eine Festanstellung angeboten. Der Weg scheint logisch: wer sich bereits im Unternehmen auskennt und das Interesse der Chefs geweckt hat, wird eher eingestellt. Betrachtet man allerdings das Gehalt, das in Konzernen im Vergleich zum Consulting auf Juniorlevel gezahlt wird, werden teilweiße nicht unerhebliche Gehaltseinbußungen bemerkbar(Senior Analyst [-35%], Associate [-21%] und Manager [-8%]).

Dieser Einschnitt ist jedoch nur sehr kurzzeitig spürbar – je höher das Erfahrungslevel, desto kleiner der Unterschied zwischen den Gehältern. Letzen Endes holt die freie Wirtschaft das Consulting schließlich ein und überholt spätestens auf Managerlevel: hier werden im Schnitt sieben Prozent mehr gezahlt als in der Beratung.

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Wichtiges Stichwort: Long-Term-Incentive Pläne

Dieser Unterschied lässt sich leicht erklären, da er vor allem von den sich stark unterscheidenden Gehaltsstrukturen zwischen der Beratung und der freien Wirtschaft abhängig ist.

Erfolgsbeteiligungen sind längst nicht nur Anreize für Gründer, sondern auch für Führungspersonal und weitere Mitarbeiter in Schlüsselpositionen in Unternehmen. Die Erfolgsbeteiligung ist in Beratungsfirmen deutlich höher, vor allem auf Managerlevel. In der freien Wirtschaft werden Beteiligung oft deutlich später angeboten, dann jedoch deutlich aussichtsreicher. Aus diesem Grund sollte bei Firmeneintritt in einen Konzern nicht nur das Grundgehalt und den Boni, sondern vor allem auch der Long-Term-Incentive Plan verhandelt werden, um diese Beteiligungen zu sichern.

Consulting vs. Start-up – es geht um die Anteile 

Wen es nicht in den Großkonzern zieht, der findet seine neue Herausforderung eventuell in einem Start-up. Die Start-up und Scale-up Szene ist nicht erst seit gestern eine attraktive Alternative für Consultants. Auf unserer Plattform erfreuen sich Start-ups deshalb großer Beliebtheit, sie erhalten fast ein Viertel aller Bewerbungen. Start-up Jobs werden zudem deutlich regelmäßiger gepostet. In der Start-up Welt wird auch deutlich, dass viele Consultants das Gehalt nicht als oberste Priorität ansetzen. Oft können diese Unternehmen nur einen Bruchteil dessen zahlen, was Berater im Consulting bekommen würden. Das müssen sie aber auch überhaupt nicht, was die Popularität der Start-up Jobs auf unserer Plattform unterstreicht. Der Unterschied ist dennoch spürbar: auf Managerlevel liegen Start-ups ca. 20 % hinter großen Consultingfirmen.

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Bewerber auf Positionen in Start-ups sind nicht auf der Suche nach dem größten Gehaltszettel, sondern nach individuellen Herausforderungen, schnell wachsenden Unternehmen und agilen Teams. Außerdem gibt es stets die Möglichkeit, dass sich das kleine Start-up in einem Berliner Hinterhof als nächstes Unicorn entpuppt. Je früher man deshalb einem Start-up beitritt, desto besser: Auf Seniorlevel zahlen Start-ups bis zu 31 % mehr als Beratungsfirmen (und 7 % mehr als Konzerne). Die Gehaltszusammensetzung ist jedoch deutlich komplizierter als : nur 30 % sind tatsächliches Gehalt, ca. 63 % zeichnen sich als Unternehmensanteile aus. Wer sich über diesen Gehaltseinschnitt bewusst ist, findet in der Start-up-Szene jedoch spannende Herausforderungen und ein unersetzbares Netzwerk aus Pionieren.

Private equity als Alternative?

Private equity ist ein beliebter Weg aus dem Consulting. Oft trifft man hier auf die Annahme, dass die Gehälter deutlich höher als in der Beratungsbranche sind. Dies mag zu einem bestimmten Grad stimmen, allerdings sind die Unterschiede oft nicht so signifikant wie angenommen – im Schnitt sind es nur 10-15 %. Der Vorteil der PE macht sich beim Bonus bemerkbar: Manager erhalten ca. 60 % Bonus im Vergleich zu 15 % Bonus im Consulting. Ob eine Karriere in PE eine Option wäre, kann anhand dieser 29 Fragen beantwortet werden.

Dieser Artikel ist ein Einblick in unseren Salary Report. Hierfür haben wir über 22.000 Einzeldaten analysiert. Der komplette Report kann hier heruntergeladen werden.

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