Interview mit Freelancer Daniel, ex-Principal bei Arthur D. Little

Interview mit Freelancer Daniel, ex-Principal bei Arthur D. Little

Daniel war Principal bei Arthur D. Little ist aber dann ins Freelancing gewechselt. Mit Movemeon sprach er weshalb er sich für diesen Schritt entschied und warum er denkt, dass Freelancer*innen eine gute Option für Arbeitgeber sind. 

Wie hast Du mit dem Freelancing begonnen?

Ich begann vor 7 Jahren mit Freelance. Mit zunehmender Seniorität bei Arthur D. Little merkte ich, dass der Fokus immer mehr von der Exekution von Projekten in Richtung Projektakquise ging. Für mich war die Exekution immer interessanter; es macht mir Spaß, Projekte auszuführen und Lösungen für die Kunden zu finden. Und im Freelancing kann ich mich auf die Projekte konzentrieren, Subject Matter Expertise für bestimmte Themen einbringen und dem Kunden nachhaltigen Mehrwert anstatt nur Konzepte zu liefern. 

Wie wählst Du Deine Projekte aus?

Es hängt immer davon ab, wie viele Projekte man in einem Zeitraum angeboten bekommt. Ich hatte immer das Glück, dass ich ein paar Projekte zur Auswahl hatte und habe deshalb die Projekte ausgewählt die eher strategischer Natur sind oder auch M&A-Themen, wie zum Beispiel Commercial Due Diligence. Das sind einfach die Themen, die mir persönlich am meisten Spaß machen. Das beeinflusst auch meine Tagesrate und die Projektdauer: Wenn mich das Thema interessiert, bin ich gerne bereit bei der Tagesrate einen Kompromiss zu finden. 

Was wären Deine Tipps für Consultants, die aktuell überlegen Freelancer*in zu werden? 

Man braucht auf jeden Fall die Disziplin sich selbst zu organisieren. Da man kein fixes Gehalt hat, muss man genau planen und ein Gefühl dafür entwickeln, wie viele Projekttage man verkaufen muss, um sich seinen Lebensstandard finanzieren zu können. Am Anfang kann man da etwas zu optimistisch sein und denken, dass die Projekte einfach automatisch hereinkommen und man sich seine Favoriten aussuchen kann. Aber man muss sich seine Reputation  erst einmal aufbauen und das geht nicht über Nacht; man braucht ein Netzwerk und Zugang zu Freelance-Agenturen wie Movemeon. Das hat bei mir etwa 2 Jahre gedauert, bis ich an einem Punkt war, an dem Projekte zu mir kamen ohne dass ich mich darum bemühen musste. 

Man sollte wirklich realistisch sein; z.B. kann man nicht von einer 80% Auslastung im Freelance-Bereich ausgehen wie man es evtl. aus den großen Beratungen gewohnt ist. Da sollte man wirklich ein paar Rechnungen anstellen und sich ansehen ob das passt. 

Es ist auch sehr hilfreich ein breites Skillset zu haben: als Generalist kann man verschiedene Themenbereich übernehmen und ist flexibel einsetzbar. 

Was sagt Du zu Arbeitgebern, die skeptisch sind ob Freelancer*innen das Richtige für sie sind? 

Erstens, Freelancer*innen sind viel billiger: Ein*e McKinsey Partner*in kostet ein Vielfaches im Vergleich zu eine*r freiberuflichen Berater*in. Unter Freelancer*innen gibt es auch Profile mit starken Backgrounds in großen Beratungsfirmen. 

Zweitens, kann man sich mit einem*r Freelancer*in zusätzliche Unterstützung in den verschiedensten Bereichen zulegen. So hat man jemanden der themenübergreifend Strategien entwickelt und Spot-Support leistet, unabhängig von einem bestimmten Projekt. Und die Beziehung zwischen Freelancer*in und Klient*in ist anders als mit Beratungshäusern: Mandate können breiter ausgelegt und der Berater flexibler genutzt werden; hierdurch wird der*die Berater*in zum Sparing Partner für den Kunden und generiert einen größeren Mehrwert. 

Wenn sich ein*e Klient*in dazu entscheidet zum ersten Mal mit einem*r Freelancer*in zu arbeiten was sollte er*sie beachten? 

Man muss sich den Grenzen der Arbeit mit Freelancer*innen bewusst sein. Freelancer*innen können als Außenstehende Probleme erkennen und Lösungen erarbeiten, aber sie sind keine Angestellt*innen, keine Teammitglieder. Sie sollen nicht im Wettbewerb mit anderen Teammitgliedern stehen. Der*die Freelancer*in muss intern richtig positioniert  und die Erwartungshaltung an die Zusammenarbeit klar kommuniziert werden, damit das Projekt erfolgreich durchgeführt werden kann.

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