Interview mit Freelancer Fabian

Interview mit Freelancer Fabian

Fabian sprach mit Movemeon darüber wie er sein eigenes Unternehmen mit seiner Freelancing-Arbeit balanciert und teilt Tipps für neue Freelancer*innen.

Wie hast Du mit Freelancing begonnen?

Ich war zwei Jahre in der Beratung bei Oliver Wyman und habe schon vorher immer über Selbstständigkeit nachgedacht, weil die damit einhergehende Unabhängigkeit immer für mich von Interesse war. In einem Praktikum lernte ich schon früh Freelance-Berater kennen und fand das ein spannendes Modell. 

Worin siehst Du für Dich die Vorteile im Freelancing? 

Es gibt mir die Unabhängigkeit, die ich in meinem Leben möchte. So kann mir keine Firma vorschreiben ob ich noch abends um 10 Uhr eine Excel-Tabelle bearbeiten soll oder wo ich leben muss. 

Endgültig will ich mein Unternehmen weiter aufbauen und selbstständig leiten. Freelancing ist für mich ein guter Zwischenschritt zwischen Beratung und Unternehmertum. Als Freelancer ist man ja nicht vollkommen selbstständig; abhängig von der Rolle während eines Projektes ist man Teil des Projektteams des Kundens und fügt sich so als externer Mitarbeiter in die Kundenarbeit ein. 

Was sind Tipps für Berater*innen, die sich überlegen Freelance zu arbeiten?

Erstens, sollte man sich Gedanken machen welches Profil man hat und wie man dieses am besten vermarkten kann. Der Kunde beauftragt Dich weil Du eine bestimmte Erfahrung hast; Du muss diese überzeugend darstellen können und wissen was Dein USP ist. 

Zweitens, würde ich empfehlen sich bei Plattformen wie Movemeon anzumelden. So bekommt man Anfragen für Projekte. Diese Unterstützung braucht man vor allem zu Beginn einer Freelance-Karriere, wenn man noch keine eigenen Vertriebskanäle aufgebaut hat. 

Und drittens ist es wichtig sich zu organisieren. Mir hilft es beispielsweise finanziell meine beruflichen von privaten Finanzen bzw. Konten zu trennen (was als Freelancer nicht zwangsweise notwendig ist). Ich kann mir so also einen monatlich fixen Betrag auf mein Privatkonto auszahlen und unterliege gedanklich entsprechend nicht den Schwankungen eines typischen Freelancer-Einkommens. 

Wie wählst Du Deine Projekte aus? Was ist für Dich wichtig? 

Am Anfang ergibt sich der Zuschlag für Projekte durch die Erfahrung, die man schon mitbringt. Es ist schwierig Projekte in Themen zu bekommen in denen man noch gar keine Erfahrung hat. In solchen Fällen ist man dann etwas eingeschränkter. Wenn man gezielt mehr Erfahrung in einem Bereich sammeln will, kann das eine Herausforderung sein. Da ist auch eine gewisse Flexibilität gefragt, man muss es vielleicht in Kauf nehmen einmal eine geringe Tagesrate oder ein längeres Projekt zu akzeptieren um diese Erfahrung zu bekommen.

Ich habe bei Google gearbeitet also reizen mich Projekte, die das Digitale mit der Beratung verbinden. Bald werde ich eine Restrukturierung für einen Fashion Retail Online-Shop betreuen, das deckt genau diese beiden Welten ab. 

Was denkst Du ist für Arbeitgeber der Vorteil von Freelancer*innen?

Man hat Zugriff auf eine High-Quality Workforce. Der Kunde profitiert von der Qualität ehemaliger Unternehmensberater, die er sonst als Festanstellung vermutlich nicht hätte rekrutieren können. 

Zweitens kriegt man diese Profile zu einem fairen Preis im Vergleich zu einer Festanstellung. Natürlich ist ein*e Freelancer*in während der Dauer des Projekts teurer als ein*e normale*r Angestellte*r, aber man hat eben nicht die langfristige Last eines zusätzlichen Teammitglieds auf der Payroll. 

Und drittens: Für viele Projekte gibt es In-house einfach nicht die Kapazität; nicht nur bezogen auf Know-how sondern zeitlich. Alle Mitarbeiter*innen sollen ja durch ihre tägliche Arbeit ausgelastet sein. Wenn man ein zusätzliches Projekt hat, dann braucht man eben extra Hilfe. Mit Freelancer*innen hat man die Freiheit solche Projekte zügig und flexibel zu besetzen. 

Welche Tipps hast Du für Arbeitgeber, die zum ersten Mal mit einem*r Freelancer*in arbeiten?

Das Themenpaket muss klar abgegrenzt sein, damit der*die Freelancer*in eindeutig weiß was verlangt ist. Wenn man als Freelancer*in noch nicht so senior ist, arbeitet man meistens als Teil eines Projektteams. Dort  müssen die Themen klar sein, um eine effiziente Zusammenarbeit gewährleisten zu können. 

Du hast selbst gegründet, wie bringst Du Deine Unternehmen und Freelancing unter einem Hut?

Gute Frage. Es ist sehr schwierig. Einerseits hat man durch die Freiberuflichkeit die Flexibilität, dass man nicht sofort eine Folgeprojekt braucht, andererseits bedarf es natürlich sehr viel Zeit ein Unternehmen aufzubauen. Mein Ansatz war bisher, dass ich 4 Tage pro Woche Freelance arbeite und mich einen Tag auf meine eigenen Projekte konzentriere. Ich finde das auch sehr 

angenehm, denn in diesem System hat man Abwechslung. Außerdem geht man Aufgaben für das eigene Unternehmen mit einem anderen Mindset an. Ansonsten nutzte ich natürlich ruhigere Zeiten, wie jetzt während Corona, und meine Abende um an meinen Firmen zu arbeiten.

Hast Du noch Überlegungen zur Zukunft des Freelancings? 

Teil der Arbeit eines Freelance-Beraters ist weiterhin das Reisen zum Kunden. Das ist auf der einen Seite wichtig, um die Beziehung zum Kunden zu fördern. Auf der anderen Seite ist es auch anstrengend. Ich hoffe, dass sich aufgrund der aktuellen Pandemie in Zukunft auch vermehrt Hybridmodelle – also ein Mix aus Remote-Working und Arbeit beim Kunden vor Ort –  ermöglichen lassen. 

Bereit für Deinen neuen Traumjob? Klicke hier, um die aktuellsten Jobs bei Movemeon zu sehen.

4 1 vote
Article Rating

Related articles